53° Konzertsaison 2012/13



Das Haydn Orchester stellt seine 53. Saison vor – 14 Konzerte vom 16. Oktober 2012 bis zum 15. Mai 2013 – Der Abo-Vorverkauf beginnt am 8. Mai im Stadttheater Bozen

Das Haydn Orchester hat heute im Rahmen einer Pressekonferenz im Konzerthaus Bozen das Konzertprogramm der Saison 2012/2013 vorgestellt. Auf dem Podium saß dabei – neben dem Präsidenten der Stiftung Südtiroler Sparkasse Gerhard Brandstätter, dem Präsidenten der Sparkasse-AG Norbert Plattner, dem künstlerischen Leiter Gustav Kuhn und dem ehemaligen Präsidenten Franz von Walther – zum ersten Mal die vom Verwaltungsrat der Stiftung Haydn Orchester nominierte neue Präsidentin Chiara Zanoni.
Im Konzerthaus Bozen wird das Haydn Orchester vom Oktober 2012 bis zum Mai 2013 insgesamt 14 Konzerte spielen. Angeboten werden drei Abo-Reihen (Universal, Green Line, Blue Line). Der Abo-Vorverkauf für die Spielzeit 2012/2013 beginnt am 8. Mai im Stadttheater Bozen.

Präsentation (file PDF)
Info: Tel. 0471-053800 / info@haydn.it


Die Saison 2012/13 des Haydn-Orchesters – die 53. seit seiner Gründung – schließt eng an die vergangenen beiden Spielzeiten an. So wurden Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die zuletzt in Bozen und Trient großen Erfolg hatten. Da sind zunächst einmal Instrumentalsolisten zu nennen, die gleichzeitig dirigieren wie Ottavio Dantone und Massimo Quarte sowie Orchesterdirigenten, die schon mehrmals in Bozen zu Gast waren wie Yves Abel, Umberto Benedetti Michelangeli und Alain Lombard.

Es erschien daher nur konsequent, die Erkundung des barocken Repertoires fortzusetzen, die Ottavio Dantone im Februar 2011 mit Werken von Bach und Händel begann. 2011 tritt er als Cembalist auf und wird auch eine Symphonie des Namensgebers des Orchesters aufführen. Massimo Quarta hingegen, der bereits 2007 zusammen mit dem Haydn-Orchester zwei Konzerte des Belgiers Henri Vieuxtemps für die Zeitschrift „Amadeus“ aufgenommen hatte, wird ein Mozart-Violinkonzert spielen, ganz in der Tradition jener dirigierenden Solisten, die seit Jahren mit dem Haydn Orchester auftreten, wie etwa der Pianist Alexander Lonquich. Die Besetzung des Orchesters legt es natürlich nahe, regelmäßig „klassische“ Werke des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts zu interpretieren: Im April 2013 werden die Konzertmeister Marco Mandolini und Margherita Pigozzo Mozarts „Sinfonia concertante“ für Violine und Viola (KV 364) unter der Leitung von Gustav Kuhn spielen, während Massimo Quarta Beethovens „Eroica“ dirigiert.

Vier Dirigenten werden ihr Debüt in der Reihe der Abonnementskonzerte des Haydn-Orchesters geben: Der aus Kufstein stammende Günter Pichler hat seiner Weltkarriere als Primarius des Alban Berg-Quartetts nun noch eine zweite als vielgefragter Dirigent klassischer und romantischer Werke folgen lassen. Der andere Österreicher, Friedrich Haider, tritt neben seinen zahlreichen Opernverpflichtungen in Dresden, Madrid, München, an der Metropolitan in New York und an der Wiener Staatsoper nun vermehrt auch als Dirigent symphonischer Werke in Erscheinung,. Der Amerikaner George Pehlivanian ist erster Gastdirigent der Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz und des Teatro Lirico in Cagliari und leitete zahlreiche renommierte Klangkörper wie das Israel Philharmonic oder das London Philharmonic Orchestra. David Stern, der Sohn des großen Geigers Isaac Stern, teilt seine Zeit zwischen der Israel Opera und dem Theater in Sankt Gallen auf. Dazu erarbeitet er Barockmusik mit dem Concerto Köln und dirigiert das Orchestre de Paris und verschiedene Orchester in seiner Heimatstadt New York.

Neben den Künstlern stehen in der Saison 2012/13 natürlich auch einige Schlüsselwerke der Musikgeschichte im Mittelpunkt. Der Bogen spannt sich vom Ballett Daphnis et Chloé und dem Boléro von Maurice Ravel, die Gustav Kuhn im Eröffnungskonzert dirigiert, über Ravels Pavane und das zweite Klavierkonzert von Saint-Saëns (mit dem Busoni-Preisträger Michail Lifits als Solisten), die Alain Lombard aufführen wird, sowie die von Pehlivanain geleitete Carmen-Suite von Bizet bis hin zum Rondò capriccioso von Saint-Saëns und zur Rhapsodie für Violine und Orchester von Sylvio Lazzari, der zwar in Bozen geboren wurde, doch als Schüler César Francks ganz in der Pariser Musikwelt aufging. Die letztgenannten Werke wird ein Spezialist für das französische Repertoire spielen, der Geiger Philippe Graffin, der schon 2011 mit dem Haydn-Orchester auftrat.

Neben Romantikern wie Schumann (Symphonie Nr. 4), Bruckner (Symphonie Nr. 4), Brahms (Violinkonzert) und Strauss (Till Eulenspiegel und das Oboenkonzert) stehen auch Raritäten von Ermanno Wolf-Ferrari (1876-1948) auf dem Programm. Der Solist des Fagottkonzerts von Wolf-Ferrari wird der Solo-Fagottist des Haydn-Orchesters Flavio Baruzzi sein, der soeben einen großen Erfolg mit Carl Maria von Webers Fagottkonzert errungen hat. Neben Wolf-Ferrari muss auch Alfredo Casella erwähnt werden, dessen brillantes, den Wiener Philharmonikern gewidmetes, aber leider selten zu hörendes Orchesterwerk Paganiniana in Bozen von der Orchestra della Toscana gespielt werden wird. Damit wird auf eine Tradition zurückgegriffen, die vorsah, andere Symphonieorchester zu Konzerten nach Südtirol und in das Trentino einzuladen und dann im Gegenzug in deren Spielzeiten aufzutreten. Auch deshalb wird das Haydn Orchester unter Alain Lombard in der kommenden Saison in der Toskana zu hören sein.
Zu den wichtigen Werken des neuen Programms gehören auch zwei Stücke von Sergej Prokof’ev, dessen Fünfte Symphonie im Oktober auf dem Spielplan steht. Im April 2013 treten dann Manfred Schweigkofler und Patrizia Milani als Sprecher im Kinder-Märchenstück Peter und der Wolf auf. In der kommenden Saison wird das Haydn Orchester zwei Auftragswerke uraufführen. Geschrieben haben diese Stücke der Römer Giorgio Battistelli und der junge Trentiner Komponist Antonio Casagrande, dessen Debüt mit einem Symphonischen Stück in Bozen und Trient im Dezember 2010 sehr erfolgreich verlief. Daneben wird der Rostropowitsch-Schüler David Geringas das neue Cellokonzert der jungen Silvia Colasanti spielen, bei der das Haydn-Orchester 2010 eine Uraufführung in Auftrag gegeben hatte und deren Musik in der letzten Zeit in zahlreichen italienischen und internationalen Institutionen zu hören war. Darüber hinaus wird zum Saisonabschluss am 14. Mai 2013 das Sieger-Werk des vom italienischen Musikrat CIDIM ausgerichteten Kompositionswettbewerbs „Francesco Agnello“ gespielt.