Rinaldo Alessandrini
Als Cembalist, Organist und Fortepiano-Spieler sowie als Begründer und Leiter des Ensembles Concerto Italiano ist Rinaldo Alessandrini seit mehr als zwanzig Jahren international im Ambiente der Alten Musik vertreten, wobei er sich vornehmlich der italienischen Musik des 17. und 18. Jahrhunderts widmet und deren Kantabilität und differenziertem Ausdrucksgehalt nachspürt. Neben seinem Wirken als Leiter des Concerto Italiano führt ihn eine rege Solisten- und Dirigententätigkeit als Gast der bekannten Festspiele durch ganz Europa, nach Argentinien, Brasilien, Israel, Japan, Kanada, in die Türkei und die usa.
Zu den Städten, in denen Rinaldo Alessandrini mit dem Concerto Italiano aufgetreten ist, zählen u. a. Aldeburgh, Ambronay, Amsterdam (Concertgebouw), Antwerpen, Barcelona (Festival de Musica Antigua, Palau de la Musica), Beaune, Bergen, Bilbao, Brüssel (Théâtre Royal de la Monnaie), Buenos Aires (Teatro Colón), Darmstadt, Edinburgh (Festival), Ferrara, Glasgow, Graz (Styriarte), Istanbul, Jerusalem, Köln (Musikhochschule und wdr), London (Lufthansa Festival, Queen Elizabeth Hall), Lyon, Madrid, Mailand, Metz (Arsenal), Montpellier (Festival de Radio France), Neapel, New York (Lincoln Center, Metropolitan Museum), Oslo, Palermo (Festival Scarlatti), Paris (Cité de la Musique, Théâtre des Champs Elysées, Théâtre de la Ville), Ravenna, Rio de Janeiro, Rom (Accademia Filarmonica Romana, Accademia di Santa Cecilia), Rotterdam, Saintes, Salamanca, San Sebastian, Santander, Sevilla, Siena, Spoleto (Festival dei Due Mondi), Stuttgart, Tel Aviv, Tokio, Turin, Turku, Utrecht (Oude Muziek Festival), Valencia, Warschau, Washington (Library of Congress) und Wien (Konzerthaus).
Im Januar 2007 wurde Alessandrini zum Principal Guest Conductor der Norske Opera in Oslo ernannt; daneben tritt er als Gastdirigent der Orchestra of the Age of the Enlightenment, der Boston Händel & Haydn Society, der Orchestre Symphonique de la Monnaie in Brüssel, des Detroit Symphony Orchestra, des Orchesters des Maggio Musicale Fiorentino, des Freiburger Barockorchesters, der Orquesta Sinfonica de la Ciudad de Granada, der Danish Radio Sinfonietta in Kopenhagen, des Royal Liverpool Philharmonic, der Orquesta Nacional de España in Madrid, der Northern Sinfonia, der Orchestra Filarmonica Toscanini in Parma, des Philharmonia Baroque Orchestra, des Portland Baroque Orchestra und des Scottish Chamber Orchestra auf.
Zu seinen Erfolgen in den vergangenen Spielzeiten zählen Produktionen von Monteverdis Opern Il ritorno di Ulisse in patria (an der Welsh National Opera) und L’incoronazione di Poppea (am Teatro Comunale in Bologna, an der Frankfurter Oper, am Teatro Valli in Reggio Emilia, an der Opéra du Rhin, am Theater in Salamanca sowie an der Welsh National Opera), von Vivaldis Olimpiade (am Teatro Rendano in Cosenza), von Händels Amadigi (Edinburgh Festival, Teatro di San Carlo in Neapel), Giulio Cesare (Teatro Comunale in Bologna, Teatro Real in Madrid, Norske Opera in Oslo), Alcina (Teatro Liceu in Barcelona), Semele (Festival in Spoleto), Theodora (Bilbao und Salamanca) und Il trionfo del tempo e del disinganno (Queen Elizabeth Hall in London), von Vincis Catone in Utica (Lugo Opera Festival), von Hasses Artaserse (ebenfalls in Lugo), von Pergolesis Serva padrona (im Freiburger Konzerthaus), von Jommellis Isola disabitata (Koproduktion der Accademia Filarmonica Romana und des Teatro dell’Opera in Rom), von Mozarts Zaïde (Mozart-Festival in La Coruña), Nozze di Figaro (Welsh National Opera) und Clemenza di Tito (Norske Opera in Oslo und Welsh National Opera).
Im September 2009 hat Rinaldo Alessandrini am Teatro alla Scala in Mailand debütiert, wo er auch in den nächsten beiden Spielzeiten auftreten wird, um den mit dem Orfeo begonnenen Zyklus der drei Monteverdi-Opern mit Il ritorno d’Ulisse in Patria und L’incoronazione di Poppea zu vervollständigen. Die Inszenierungen stammen von Bob Wilson und werden danach auch an der Opéra National de Paris gezeigt.
Zu seinen nächsten Dirigaten zählen L’incoronazione di Poppea am Grand Théâtre in Bordeaux, Don Giovanni am Theater an der Wien und Die Entführung aus dem Serail an der Welsh National Opera in Cardiff. Daneben stehen zahlreiche Konzerte mit dem Concerto Italiano in Brüssel, Paris, Santiago de Compostela und St. Pölten sowie mit dem Dänischen Rundfunk-Orchester in Kopenhagen und dem Portland Baroque Orchestra auf dem Programm.
Seine zahlreichen Schallplatteneinspielungen sowohl italienischer als auch deutscher Werke (bei Arcana, Astrée, Harmonia Mundi France, Naïve und Opus 111) haben ihm viel Lob und diverse Preise seitens der internationalen Kritik eingebracht, darunter den Grand Prix du Disque sowie drei Gramophone Awards. Mit dem Concerto Italiano hat er in der letzten Zeit Monteverdis Vesper, Vivaldis Senna festeggiante, Die vier Jahreszeiten, die Oper L’Olimpiade und die monumentalen Vespri, Bachs Brandenburgische Konzerte und ein Rossini-Arienalbum mit Maria Bayo eingespielt. Seine Aufnahme von Monteverdis Orfeo (Naïve, 2007) wurde in Frankreich mit dem Diapason d’or und dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.
2003 wurde Alessandrini vom französischen Kultur-Minister zum Chevalier dans l’Ordre des Arts et des Lettres ernannt und im selben Jahr erhielt er von der italienischen Kritikervereinigung den Premio Abbiati für seine rege Tätigkeit mit dem Concerto Italiano; daneben ist er auch Ehrenmitglied der Accademia Filarmonica Romana.
Rinaldo Alessandrini gibt bei Bärenreiter Claudio Monteverdis Hauptwerke heraus: L'Orfeo, Il ritorno d'Ulisse in patria, L'incoronazione di Poppea und den Vespro della Beata Vergine (1610).
Sein Buch Monteverdiana erschien in Frankreich bei Actes Sud (2004) und in Italien bei L’Epos (Palermo, 2006).