Konzerte: 50° Konzertsaison 2009/10


08.12.2009 - BOZEN, Konzerthaus, 20.30 Uhr
09.12.2009 - TRENTO, Auditorium, 20.30 Uhr


Tito Ceccherini, Dirigent
José María Gallardo del Rey, Gitarre


Gioachino Rossini
Il Barbiere di Siviglia, Ouvertüre

Joaquín Rodrigo
Concierto de Aranjuez für Gitarre und Orchester

Roberto Molinelli
Divertimento über ein Thema von Haydn (Uraufführung)*

Edward Elgar
Enigma Variations, op. 36


HAUPTZYKLUS





Tito Ceccherini: 1973 in Mailand geboren, studierte Tito Ceccherini am dortigen Verdi-Konservatorium Klavier bei Giovanni Carmassi, Komposition bei Alessandro Solbiati und Dirigieren bei Vittorio Parisi. Weiterführende Studien betrieb er in Rußland, Deutschland und in Österreich, bei Peter Eötvös, Sandro Gorli und Gustav Kuhn.
Als überzeugter Anwalt der Neuen Musik hat er intensiv mit den Komponisten Stefano Gervasoni, Salvatore Sciarrino und Alessandro Solbiati zusammengearbeitet. Unter den zahlreichen von ihm geleiteten Uraufführungen seien diejenige von Sette von Niccolò Castiglioni und die erst kürzlich erfolgte erste Inszenierung von Sciarrinos Oper Da gelo a gelo mit dem Klangforum Wien hervorgehoben.
Er gründete das Ensemble Risognanze, mit dem er zahlreiche Werke variabler Besetzung von Debussy bis in die Gegenwart aufgeführt und diverse Schallplatteneinspielungen (Castiglioni, Grisey, Sciarrino) gemacht hat.
Sein Interesse für die alte Musik führte ihn u. a. zu dem finnischen Ensemble Rocinante und der Mailänder Gruppe Arcomelo, die die Werke des 17. und 18. Jahrhunderts auf Originalinstrumenten spielen.
Tito Ceccherini hat sowohl das bbc Symphony Orchestra in London, die Orchestre National de l’Ile de France, das swr-Orchester in Stuttgart, das Tokyo Philharmonic Orchestra, die Orchestra Sinfonica Nazionale della rai in Turin dirigiert (mit dem er auch eine Giacinto Scelsi gewidmete cd, mehrere cds mit Orchesterwerken von Salvatore Sciarrino und Stücke von Daugherty und Nyman einspielte) wie auch bekannte Ensembles wie Contrechamps, das Divertimento Ensemble, das Klangforum Wien oder das oenm bei diversen Festivals geleitet.
Zu den von ihm aufgeführten Opern zählen Bellinis Puritani und Richard Strauss’ Guntram am Teatro Bellini in Catania, die neue Produktion von Sciarrinos Da gelo a gelo an der Opéra in Paris, bei den Schwetzinger Festspielen und am Grand Théâtre in Genf sowie Neuinszenierungen von Gian Francesco De Majos Alessandro (1766) und von Donizettis Maria Stuarda am Nationaltheater in Mannheim.
Demnächst wird Ceccherini wiederum am Pult des bbc Symphony Orchestra stehen, bei der Niederländischen Radio-Philharmonie und bei der Orchestra del Teatro La Fenice in Venedig debütieren, mit der Orchestra della Svizzera Italiana in Lugano eine Debussy-cd für «Amadeus» aufnehmen, Konzerte beim Festival Musica in Straßburg, bei der Biennale in Venedig, beim Festival mi-to und bei Milano Musica dirigieren sowie zu den Schwetzinger Festspielen zurückkehren und die Orchestre de Chambre de Genève leiten.
An Opernprojekten stehen die Wiederaufnahme von De Majos Alessandro und La porta della legge von Sciarrino am Mannheimer Nationaltheater, die Uraufführung von Ambrosinis Killer di parole auf Texte von Pennac am Teatro La Fenice inVenedig und die neue Oper von Fénelon La Cerisaie am Bolschoi-Theater in Moskau und an der Opéra National de Paris auf seinem Terminkalender.
Tito Ceccherini hat cds für die italienische Zeitschrift «Amadeus» und bei col legno, Kairos und Stradivarius eingespielt, die u. a. mit dem Choc der französischen Zeitschrift «Le Monde de la Musique» und dem Diapason d’Or ausgezeichnet wurden; die Aufnahme von Sciarrinos Lohengrin (cd col legno) erhielt bei den Midem Classical Awards einen Preis in der Kategorie Musiktheater.
Ceccherini hat in Europa und in Japan unterrichtet; seit 1995 gehört er Gustav Kuhns Accademia di Montegral an. Zur Zeit ist er Dozent für Dirigieren und Orchesterspiel am Landeskonservatorium in Innsbruck.


José María Gallardo del Rey: José María Gallardo del Rey debütierte neunjährig in Sevilla und ist seither in zahlreichen der großen internationalen Konzertsäle aufgetreten, wobei er sowohl klassische Werke als auch Jazz oder Flamencomusik aufgeführt hat, sich aber auch an Theater- bzw. Ballettabenden beteiligt hat. Er wirkt als Solist und Kammermusiker (besonders mit dem Ensemble La Maestranza), Komponist und Dirigent und ist u. a. in Bangkok, Brüssel, Dublin (National Auditorium), Hanoi, Hong Kong, Jakarta, Kuala Lumpur, London (mit dem Royal Philharmonic Orchestra), Madrid (Auditorium Nacional, Teatro de la Zarzuela Teatro Real), Manila, Montreux (Auditorium Stravinsky), New York (Carnegie Hall), Paris (Opéra-Comique, Théâtre des Champs-Elysées), Seoul, Singapur, Stockholm und Wien (Konzerthaus) aufgetreten; daneben gab er Konzerte in China, Italien, Lettland, Litauen, Mexiko, Polen, Rumänien und Serbien.
Gallardo del Rey hat zahlreiche Uraufführungen gespielt, darunter diverse Gitarrenkonzerte; in Australien hob er für ihn komponierte Werke von Brophy und Sainsbury aus der Taufe.
Zu den Künstlern, mit denen er zusammengearbeitet hat, zählen der Komponist Fernando Arbex (Kadenzen des Concierto de Toledo, Aufnahme mit dem London Philharmonic Orchestra), die Mezzosopranistin Teresa Berganza und die Dirigenten Enrique García Asensio, Leo Brouwer, Karel Mark Chichon, José Ramón Encinar, Philippe Entremont, Rafael Frühbeck de Burgos, García Navarro, Josep Pons und Antoni Ros Marbá.
Anläßlich des Debüts von Paco de Lucia mit dem Concierto de Aranjuez in Japan im Mai 1990 dirigierte Gallardo del Rey das Telemann-Kammerorchester in Osaka, 1992 komponierte er die Musik des Films Alta Definición desde España, der einen offiziellen Beitrag Spaniens zur Weltausstellung expo ’92 darstellte, 1995 und 1997 trat er gemeinsam mit John Williams beim internationalen Gitarren-Festival in Darwin in Australien auf. Im März 1997 spielte er beim Konzert zum 70. Geburtstag von Mstislaw Rostropowitsch, an der Seite von Elton John, Yehudi Menuhin, Seiji Ozawa und Jean-Pierre Rampal. Zum einhundertsten Geburtstag Joaquín Rodrigo 2001 hat Gallardo del Rey seine Gitarrenkonzerte in aller Welt gespielt. 2005 trat er zusammen mit dem Gitarristen Cañizares im Sadler’s Wells in London, in der Carnegie Hall in New York, in Osaka, Tokio und an der Universität in Washington auf.
Zu seinen Einspielungen zählen die cds The Trees Speak (Deutsche Grammophon) und 14 Maneras de echarte de menos (dg, mit Werken von Astor Piazzolla, die er mit dem Flötisten Ezequiel Cortabarría 2006 aufnahm), zwei cds mit spanischer Gitarrenmusik (Harmonia Mundi, 2006) und Pasión Española (dg, mit Plácido Domingo und der Orquesta de la Comunidad de Madrid, 2008).

www.gallardodelrey.com