OPER.A 20.21 - Künstlerische Leitung


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The greatest thing you’ll ever learn is just to love and be loved in return”

Das Zitat aus Moulin Rouge, Baz Luhrmanns Musical/Oper/Film-Hybrid aus dem Jahre 2001 (mit deutlichen Anleihen bei Dumas’ Kameliendame und Verdis La traviata, garniert mit einem Touch Bohemian Chic und gehörig viel an Pariser Leben) bringt es auf den Punkt: Liebe ist das Größte, ja das Göttlichste, das uns Menschen widerfahren kann. Und zugleich auch das Schmerzhafteste, das Unmenschlichste, mit dem wir umgehen (lernen) müssen.
Liebe als Auslöser von Schmerz, Wut, Raserei, Hass, Tot. Wo sonst als auf der Opernbühne begegnen wir diesen zutiefst menschlichen Regungen, werden wir Zeuge davon, was Liebe bewirken kann, was in ihrem Namen getan und auch verbrochen wird. Von Monteverdis Orphée über Mozart, Verdi, Puccini bis in die Welt der Oper des 20. und 21. Jahrhunderts ist die Liebe in all ihren Schattierungen Motiv und Auslöser der Geschichte.

Die Liebe war bereits in der vergangenen Spielzeit Bestandteil unseres Mottos THE IRONY OF LIFE - als Liebesreigen in Così fan tutte, im Verblassen der Liebe durch Alltag und Routine in Trouble in Tahiti und im ekstatischen und sexuell aufgeladenen (Liebes)Rausch mit fatalen Folgen in Lulu. In der Opernsaison 2016/17 rückt die Liebe nun in den Fokus unserer Aufmerksamkeit und wir betrachten dieses Größte aller Gefühle in Abwandlung der Faustschen Maxime: “Die Gutes will und (auch) Böses schafft”.

Den Auftakt markiert mit George Benjamins Oper Written on Skin eine der wichtigsten und präsentesten Opern des 21. Jahrhunderts. Gezeigt wird die zerstörerische Kraft der Liebe als Spielball zwischen Sexualität, Begierde, Macht und Tod. Gemeinsam mit dem Librettisten, Martin Crimp, entwirft der Komponist eine Ménage-à-trois mit fatalem Ausgang.
Als idealen Einstieg für Jung und Alt in die Weihnachtszeit bringen wir Charles Dickens A Christmas Carol auf die Opernbühne. Die one-singer opera von Iain Bell zeigt die Liebe als humanistische Kraft und die Nächstenliebe als wesentlichen Bestandteil einer funktionierenden Gesellschaft, ein effizientes Plädoyer für die Menschlichkeit.
Dickens Zeitgenosse, der (Mit)Erfinder des Detektivromans und Meister der gothic novel, Edgar Allan Poe, lieferte die Vorlage für Toshio Hosokawas 2012 uraufgeführte Oper The Raven. Der Verlust und die Sehnsucht sind emotionale Basis einer mysteriösen Geschichte, in der der italienische Regisseur Luca Veggetti auch Verweise auf das traditionelle, japanische Nō-Theater nicht scheut.
Nach Don Giovanni und Così fan tutte zeigen wir als Abschluss des Da-Ponte-Zyklus’ Le nozze di Figaro, Mozarts Meisterwerk aus dem Jahre 1786, eine der sinnlichsten und charmantesten Opern der Musikgeschichte.
Den Schlusspunkt unserer Spielzeit bildet ein weiteres Meisterwerk des 21. Jahrhunderts: Luca Francesconis Quartett, uraufgeführt 2011 im Teatro alla Scala. In 13 Szenen zeigt der Komponist, reduziert auf die beiden Hauptfiguren Marquise de Merteuil und Vicomte de Valmont, den brutalen Kampf zwischen zwei einst sich Liebenden.

1786 – 2011 – 2012 – 2014 ist unser genetischer Code, die DNA der Opernsaison 2016/17. Wir setzen damit den im vergangenen Jahr eingeschlagenen Weg, Opern des 20. und 21. Jahrhunderts zu zeigen, konsequent fort. Internationale Spitzenkräfte aus aller Welt und unser Haydn Orchester werden uns dabei begleiten.
Sie, liebes Publikum, haben uns in der letzten Saison durch Ihre Aufmerksamkeit in dieser Aufgabe bestärkt. Dafür einen herzlichen Dank. Nun lade ich Sie ein, uns mutig auch auf dieser nächsten Etappe zu folgen.

Ich freue mich auf Sie!
Herzlichst,
Ihr

Matthias Lošek
Künstlerischer Leiter
OPER.A 20.21


Biografie

Matthias Lošek wurde 1969 in St. Pölten geboren und hat Geschichte und Deutsche Philologie an der Universität Wien studiert. Er war als Film- und Kulturkritiker der Wochenzeitung Niederösterreichische Nachrichten tätig. Von 2000 bis 2007 zeichnete er als künstlerischer Leiter der Sparte “Kunst aus der Zeit” der Bregenzer Festspiele verantwortlich. Von 2007 bis 2010 stand er dem Kulturstadtrat der Stadt Wien als kulturpolitischer Berater und persönlicher Referent zur Seite. Seit 2010 ist er künstlerischer Leiter von Wien Modern, dem größten Festival für Neue Musik in Zentraleuropa; 1988 von Claudio Abbado gegründet umspannt das Festival verschiedenste Ausdrucksformen der Kunst des 21. Jh.s.