Warum heißt die Stiftung Haydn Haydn?

veröffentlicht am
Donnerstag
29 Februar 2024

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Joseph Haydn
Wegbereiter der Wiener Klassik

„Meine Sprache versteht die ganze Welt.“

Ein großer Teil der Elemente der Wiener Klassik, wie die Sinfonie, das Streichquartett, die Klaviersonate oder das Oratorium, stammen aus Joseph Haydns kreativem Kopf. Ohne sein Schaffen gäbe es die Musik bekanntester Komponisten, wie Mozart, Brahm oder Beethoven, wohl nicht in dieser Form, wie wir sie heute kennen und lieben. Wer war Franz Joseph Haydn, Namensgeber der Stiftung Haydn von Bozen und Trient, eigentlich?

Sängerknabe und Arbeitstier

Haydn wurde am 31. März 1732 im niederösterreichischen Rohrau geboren. Bereits mit fünf Jahren wurde er als Chorknabe entdeckt und von einem Kapellmeister in Wien gefördert. Mit dem Stimmbruch war seine Karriere als Sängerknabe jedoch abrupt vorbei und er musste sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten. Ab 1761 stand er schließlich fast 30 Jahre im Dienst der ungarischen Fürstenfamilie Esterhàzy, die seine Musik sehr schätzte und förderte. Hier schaffte er es zum Hofkapellmeister und fungierte sowohl als Komponist, als auch als Musiker und Leiter des Orchesters, der kammermusikalischen Soiréen und des Opernbetriebs – für den er selbst auch komponierte. Neben seinen höfischen Verpflichtungen komponierte er auch für zahlreiche andere – zum Teil aus dem Ausland stammende – Auftraggeber.

Vorbild und Lehrer

Ab 1781 pflegte Haydn eine innige Freundschaft mit Wolfgang Amadeus Mozart, den er in seinem Schaffen maßgeblich beeinflusste. Auch an Ludwig van Beethovens Entwicklung wirkte Haydn mit – und arbeitete unter anderem als dessen Kompositionslehrer. Dass er für viele jüngere Komponisten ein wichtiges Vorbild war, verwundert nicht: Joseph Haydn war ein Künstler, der über den eigenen Tellerrand hinausblickte, experimentierte und ständig dazulernen wollte – und er wagte sich immer wieder an neue, freiere und auch gewagte Musikformen.

Nach dem Tod Esteràzys fand sich Haydn als freier Musiker wieder. In London feierte er mit seinen Sinfonien große Erfolge, die ihm nicht nur Ruhm, sondern auch ein beträchtliches Vermögen einbrachten.

Insgesamt 108 Sinfonien, 52 Klaviersonaten, 83 Streichquartette, 46 Klaviertrios, 14 Messen, sechs Oratorien, 24 Opern und die heutige deutsche Nationalhymne stammen aus Joseph Haydns musikalischer Feder. Zu seinen wichtigsten Werken zählen die „Symphonie mit dem Paukenschlag“ sowie die Oratorien „Die Schöpfung“ und „Die Jahreszeiten“.
Als er 1809 im Alter von 77 Jahren starb, hatte der stets als optimistisch, heiter und umgänglich geltende Haydn die abendländische Musik spürbarer beeinflusst, als irgendein anderer Komponist vor oder nach ihm.

Der Weg Haydns nach Südtirol

Haydns Name ist in besonderer Weise auch mit der lokalen Musikgeschichte verbunden: Der Bozner Kaufmann und Mäzen Anton Melchior von Menz galt Ende des 18. Jahrhunderts als Seele der Bozner Musik. Er lernte Haydn persönlich in der fürstlichen Residenz der Familie Esterhazy kennen und wollte den dort vorherrschenden musikalischen Glanz in der Südtiroler Hauptstadt nachempfinden, indem er seine Musikbibliothek mit Haydns Sinfonik und dessen Kammermusik füllte.
Franz Joseph Haydn gilt heute als Vater der Symphonie und damit auch als Wegbereiter der wichtigsten europäischen Musikform – auch hierzulande. Zurecht ist er also der Namensgeber unserer Stiftung, die für musikalische Qualität steht und das Publikum mit immer wieder neuen, vielfältigen Kulturerfahrungen begeistern möchte.

Sarah Meraner