Anna A.

Silvia Colasanti

Musik von
Silvia Colasanti
Libretto
Paolo Nori
Veranstaltungskalender

Inhalt

„In den schrecklichen Jahren des Großen Terrors habe ich siebzehn Monate mit Schlangenstehen vor den Gefängnissen von Leningrad verbracht.“ So erinnert sich Anna Achmatowa, eine der bedeutendsten Dichterinnen und Schriftstellerinnen des 20. Jahrhunderts, an das albtraumhafte Erlebnis der Inhaftierung ihres Sohns. Das sowjetische Regime hatte bereits ihren ersten Ehemann durch Erschießen hingerichtet [MK1.1]und ihren zweiten schickte es in den Gulag. Dennoch verließ Anna Achmatowa ihr Land nicht wie so viele andere vom Regime verfolgte Künstler:innen und Intellektuelle. Sie blieb und wurde während des Kriegs mit ihrer berühmten Radioansprache an die „Mütter, Ehefrauen und Schwestern von Leningrad“ zur eindringlichen[MK2.1] Stimme des Widerstands.
Dieses außergewöhnliche Künstlerinnenschicksal lässt Silvia Colasanti nach dem Libretto von Paolo Norilk in ihrer neuen Oper, einem Auftragswerk der Mailänder Scala, lebendig werden. Anhand von Erinnerungen, Gedichten und Figuren, die das Leben der Schriftstellerin geprägt haben, zeichnet Anna A. das Schicksal einer Frau nach, die beschloss, zu bleiben, Zeugnis abzulegen und ihren Schmerz künstlerisch zu verarbeiten. Anna A ist eine tiefgründige Reflexion über das Verhältnis zwischen Kunst und Macht, über weibliche Solidarität und über den Mut derer, die sich in ihrem künstlerischen Schaffen nicht beirren lassen, auch wenn ihnen jede Freiheit verwehrt zu sein scheint. Eine Oper, die den Blick in die Geschichte des 20. Jahrhunderts richtet, aber auch zur Gegenwart spricht und von der Kraft des poetischen Wortes erzählt: Nur scheinbar zerbrechlich, vermag es, sich der Gewalt zu widersetzen, die Erinnerung zu bewahren und einem ganzen Volk eine Stimme zu geben.

Besetzung

  • Orchesterleitung

    Anna Skryleva

  • Regie

    Giulia Giammona

  • Bühne

    Lisa Behensky

  • Kostüme

    Giada Masi

  • Licht

    Andrea Giretti

  • Video Design

    Martin Mallon

  • Choreografie

    Alessandra Bareggi

  • Choreinstudierung

    Luigi Azzolini

  • Anna Heutzutage

    Elena Ghiaurov

  • Junge Anna

    Laura Lolita Peresivana

  • Nina Berberova / Marina Cvetaeva

    Aigerim Altynbek

  • Zinaida Gippius / Nadežda Mandel'štam

    Valentina Pluzhnikova

  • Osip Mandel'štam

    Litai Zhuo

  • Sergej Gorodeckij / Nikolaj Punin

    Geunhwa Lee

  • Bariton

    Wonjun Jo

  • Die Macht

    Nicola Ulivieri

  • Boris Pasternak

    Xhieldo Hyseni

  • Chor

    Ensemble Vocale Continuum

  • Orchester

    Haydn Orchester von Bozen und Trient

Schulprojekte

Bozen

Datum
  • Freitag 5. März 2027
Uhrzeit

11:00 Uhr

Dauer

Ca. 60 Minuten

Ort

Stadttheater
Verdiplatz 40

Sprache

Italienisch