Manchmal schreibt die Musikgeschichte Begegnungen, über die wir fast nichts wissen – und gerade das macht sie spannend. So auch bei Salvatore Viganò, dem innovativen Tänzer und Choreografen, und dem noch jungen Beethoven. Irgendwann um 1800 kreuzten sich ihre Wege, und kurz darauf entstand etwas völlig Neues: ein „heroisch-allegorisches Ballett“ über Prometheus, für das Beethoven die Musik schrieb. Ein Werk voller Energie, das den berühmten Mythos überraschend frei und modern erzählte.
Fast 70 Jahre später entsteht eine ganz andere Art von Musikgeschichte: Richard Wagner komponiert das Siegfried-Idyll als Dank an seine Frau Cosima für die Geburt ihres Sohnes. Die erste Aufführung bleibt legendär – ein kleines Ensemble spielt das Stück heimlich am frühen Morgen auf der Treppe ihrer Villa. Musik als Liebesbotschaft.
Und dann Mendelssohn: gerade einmal fünfzehn Jahre alt, doch seine Sinfonie in c-Moll klingt wie das Werk eines Erwachsenen. Melodisch reich, klar gebaut, voller jugendlicher Leuchtkraft. Bei der Uraufführung 1827 in Leipzig feiert das Publikum den jungen Komponisten so stürmisch, dass mehrere Sätze wiederholt werden müssen.