About - Orchester

Das Haydn Orchester

[ Geschichte des Orchesters ]

Das Haydn Orchester von Bozen und Trient wurde 1960 als regionales Orchester gegründet. Ziel war es einerseits heimischen Musikern, allen voran den Absolventen des Konservatoriums von Bozen, eine Arbeitsmöglichkeit innerhalb der Region zu bieten, andererseits das Interesse der lokalen Bevölkerung an klassischer Musik zu stärken.

Treibende Kräfte für die Gründung waren der Bozner Bürgermeister Giorgio Pasquali und der Senator, Gemeinderat und Professor am Bozner Konservatorium Andrea Mascagni. Die Einbindung der Gemeinden Bozen und Trient sowie der jeweiligen Provinzen in das Projekt war nicht nur aus finanzieller Sicht notwendig, sondern sollte auch der engeren Zusammenarbeit der beiden Provinzen dienen. Dennoch war die finanzielle Situation in den Anfängen prekär: eine Beschäftigung der Orchestermusiker konnte nur während fünf Monaten im Jahr finanziert werden.

Am 25. Oktober 1960 traten schließlich 40 Musiker aus der Region zur 1. Probe unter der Leitung von Rudolf Oberpertinger zusammen. Am 15. November 1960 fand das erste öffentliche Konzert im Konzertsaal des Bozner Konservatoriums statt, tags darauf in Trient. Auf dem Programm stand Mozarts Requiem in Zusammenarbeit mit den Chören der Pfarrkirchen von Bozen und Meran. Von Beginn an galt der Grundsatz der gleichmäßigen Aufteilung der Konzerte auf die Provinzen Bozen und Trient. Die ersten Orchestermusiker waren zum Großteil Absolventen des Konservatoriums von Bozen, das eines von 12 Konservatorien war, die in Italien nach Kriegsende noch erhalten geblieben waren.

Zunächst arbeitete das Haydn Orchester als so genanntes „freies Orchester“: rechtliche Grundlagen fehlten, ebenso wie eine Satzung oder Verträge im rechtlichen Sinn. Erst am 24. März 1962 wurde der Verein „Associazione per le attività sinfoniche e liriche di Bolzano e Trento“ gegründet, der den Fortbestand des Orchesters garantieren sollte. Im Artikel 2 der Satzung hieß es zum Zweck des Orchesters: „öffentliche Konzerttätigkeit im Bereich der sinfonischen und kirchenmusikalischen Musik auszuüben und Opernspielzeiten im Bereich der Provinzen Bozen und Trient zu organisieren.“ Als künstlerischer Leiter wurde Andrea Mascagni beauftragt, als ständiger Dirigent der Trientner Antonio Pedrotti.

Pedrotti war in den folgenden 13 Jahren, bis 1975 maßgeblich am Aufbau und der Entwicklung des Klangkörpers beteiligt.

Bereits während der ersten zehn Jahre standen einige Uraufführungen am Programm des Haydn Orchesters: ein Grundsatz, dem man bis heute treu geblieben ist.

Seit 1962 wurden außerdem regelmäßig so genannte Sommerkonzerte organisiert. Diese fanden nicht in den Provinzhauptstädten Bozen und Trient sondern meist in der Peripherie statt und sollten der ländlichen Bevölkerung Zugang zu klassischer Musik bieten. In den folgenden Jahren sollte außerdem die Zusammenarbeit mit lokalen Chören die Akzeptanz des Orchesters in der Bevölkerung weiter stäken.

Tourneen führten das junge Orchester nach Österreich, Deutschland und ins restliche Italien. Für weitere Konzertreisen fehlten die finanziellen Mittel.

Seit 1999 hat die Verwaltung des Haydn Orchesters in der Heinrich Glim Straße in Bozen seine eigenen Büros, seit dem Jahr 2000 im angeschlossenen Haydn-Auditorium auch einen ständigen Probenraum.

2002 wurde das Haydn Orchester unter dem damaligen Präsidenten Franz von Walther in eine Stiftung umgewandelt. Im Herbst 2003 schließlich wurde der damalige künstlerische Leiter Hubert Stuppner von Gustav Kuhn abgelöst. Kuhn setzte neue Qualitätsstandards innerhalb des Orchesters.

Seit 2013 ist der Musikjournalist Daniele Spini für die künstlerische Leitung der Orchesters verantwortlich.

[ DAS HAYDN ORCHESTER VON BOZEN UND TRIENT ]

Seit mehr als einem halben Jahrhundert prägt das Haydn Orchester von Bozen und Trient die heimische Musiklandschaft. 1960 von den Gemeinden bzw. Provinzen Bozen und Trient gegründet, hat sich das Haydn Orchester zum musikalischen Aushängeschild der Region entwickelt. Das Repertoire reicht vom Barock bis hin zur zeitgenössischen klassischen Musik.

Die zentralen Spielstätten des Haydn Orchesters sind das Konzerthaus in Bozen und das Teatro Auditorium von Trient. Auch auf internationalen Bühnen ist das Haydn Orchester ein gerne gesehener Gast: Tourneen führten u.a. nach Bregenz, Erl, Salzburg, Wien, Japan, in die Niederlande und die USA.

Als Chefdirigent gibt Arvo Volmer seit 2015 den Takt an. Vor ihm formten Antonio Pedrotti, Hermann Michael, Alun Francis, Christian Mandeal und Ola Rudner den Klang des Orchesters. Künstlerische Impulse erhält das Orchester auch von seinen namhaften Gastdirigenten, darunter Claudio Abbado, Riccardo Muti oder Sir Neville Marriner. Künstlerischer Leiter ist seit 2013 der Florentiner Daniele Spini.

In zahlreichen CD-Einspielungen konnte das Haydn Orchester seine künstlerische Vielfalt und Qualität unter Beweis stellen.

[ Chefdirigent ]

Arvo Volmer, 1962 in Tallinn (Estland) geboren, studierte von 1980 bis 1985 bei Olev Oja und Roman Matsov Dirigieren am Estnischen Staatlichen Konservatorium seiner Heimatstadt sowie im Anschluss daran bei Ravil Martynov am Rimskij-Korsakov-Konservatorium in Leningrad, wo er 1990 sein Diplom erwarb; außerdem nahm er an Meisterkursen von Helmuth Rilling in den USA teil. 1989 wurde Volmer beim Nikolai Malko-Wettbewerb in Kopenhagen ausgezeichnet. Von 1993 bis 2001 musikalischer Leiter des Estnischen Nationalorchesters.

2004 übernahm Volmer Position des künstlerischen Leiters und Chefdirigenten an der Estnischen Nationaloper in Tallinn. Von 1994 bis 2005 war er Chefdirigent und künstlerischer Leiter des Symphonieorchesters von Oulu in Finnland und von 2004 bis 2013 Chefdirigent des Adelaide Symphony Orchestra in Australien. Arvo Volmer trat als Gastdirigent u. a. mit West Australian Symphony, dem BBC Philharmonic Orchestra, dem Radio-Sinfonieorchester Berlin, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Orchestre de Bretagne, der NDR-Radiophilharmonie Hannover, dem Finnischen Radio-Symphonieorchester, den Moskauer Philharmonikern, dem Orchestre National de France und dem Orchestre Philharmonique de Radio France in Paris, dem Queensland Orchestra, dem Isländischen Philharmonischen Orchester in Reykjavik, den Sankt Petersburger Philharmonikern, der Orquesta Sinfónica do Estado de Saõ Paulo, dem Singapore Symphony Orchestra, dem Königlich Philharmonischen Orchester Stockholm, den Stuttgarter Philharmonikern.


Daneben dirigierte er in Israel, Italien, in den Niederlanden, in Polen, in Portugal und in Tschechien. Im Oktober 2012 debütierte Arvo Volmer mit Werken von Brahms und Ravel mit dem Haydn Orchester von Bozen und Trient. Seit 2015 ist er dessen Chefdirigent.

Biografie

 

[ Künstlerischer Leiter ]

Daniele Spini, geboren 1951, ist Journalist und unterrichtet Musikgeschichte an der Musikhochschule Girolamo Frescobaldi in Ferrara. Von 1973 bis 1996 hat er für die Zeitschrift La Nazione in Florenz und von 1985 bis 1998 als Musikkritiker für Il Mattino in Neapel geschrieben. Zwischen 1993 und 2006 war Spini Vizepräsident des Centro Tempo Reale von Florenz, ein Institut, das sich mit der Verbindung von Musik und Neuen Technologien beschäftigt; von 1999 bis 2006 künstlerischer Leiter des Orchestra Sinfonica Nazionale der Rai. Für die Veranstaltungsreihe Rai NuovaMusica erhielt er 2005 und  für die Teilnahme an den Salzburger Festspielen 2006 den Premio Abbiati der italienischen Musikkritik. Von 2008 bis 2010 war er künstlerischer Leiter im Bereich Musik, Oper und Tanz des Teatro Nuovo von Udine.


Daniele Spini ist Autor zahlreicher Publikationen für bedeutende Zeitschriften und hat für Mondadori die Opere di Wagner von Ernest Newmann ins Italienische übersetzt. Die wichtigsten italienischen Musikinstitutionen beauftragten ihn mit der Erstellung von Begleittexten und Vorträgen bei Konferenzen. Er hat zahlreiche Libretti ins Italienische übersetzt und ist häufig Gast in Radio- und Fernsehprogrammen der Rai.

Biografie

 

[ Die Musikerinnen und Musiker ]

Roberto Tomada*
Vincenzo Quaranta*
Sandro Acinapura
Patrizia Autieri
Andrea Rieder
José Esaù Iovane
Cecilia Micoli
Marta Scrofani

 

Anmerkungen: * Stimmführer - ** Konzertmeister