Abenteuer Musik

veröffentlicht am
Freitag
30 Januar 2026

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Wer bei einem Theater oder Konzertbesuch in strahlende und glänzende Kinderaugen blickt, weiß, dass in dem Moment etwas Magisches geschieht … denn klassische Musik ist Kindern nicht fremd, wenn man sie nicht als Schulfach behandelt, sondern wie ein Abenteuer.

Kinder hören anders als Erwachsene: Sie hören mit dem ganzen Körper, mit ihrer Fantasie, mit ihrem Bilderbuch im Kopf. Genau hier liegt der Schlüssel, um ihnen klassische Musik zu vermitteln und sie dafür zu begeistern. „Musikvermittlung lebt davon, Musik für Kinder erlebbar zu machen – durch Geschichten, Figuren und Einblicke in die Welt der Klänge“, sagt der österreichische Musiker und Musikvermittler Marko Simsa, der seit vielen Jahren erzählerische Konzertformate für junges Publikum entwickelt. In seinen Programmen stehen nicht Theorie oder historische Fakten im Vordergrund, sondern das Staunen, das Wiedererkennen und das emotionale Erleben von Musik.

KINDER HÖREN BILDER UND SEHEN MUSIK

Geradezu perfekt für die Welt von Kindern und jung gebliebenen Erwachsenen geschrieben und komponiert ist Sergei Prokofjews Peter und der Wolf. Kaum ein Werk schafft es so spielerisch, Kinder an Orchesterklänge heranzuführen. Jede Figur hat ihr eigenes Instrument, ihren eigenen Klangcharakter: Der Vogel zwitschert als Querflöte, der Großvater brummt im Fagott, der Wolf schleicht in dunklen Hörnern heran. Musik wird zur Sprache, die Kinder intuitiv begreifen. Sie hören keine „klassische Musik“, sie folgen einer Geschichte und spinnen sie ebenso fantasievoll weiter. Musik bekommt ein Gesicht, spielt eine Rolle und verbindet mit Emotionen.

KINDER KÖNNEN NICHT STILL SITZEN – SIE WOLLEN MITMACHEN

Ob der Karneval der Tiere von Camille Saint-Saëns oder jegliche musikpädagogische Arbeit von Carl Orff – Fakt ist: Kinder sind spontan, bewegungsfreudig und lieben lebendige, körperliche und nahbare Erfahrungen. So entdecken und lernen sie die Welt. Auch jene, der klassischen Musik. Mit einfachen Rhythmen, Wiederholungen, klatschen, stampfen und sprechen gestaltet Orff Musik nicht nur zum Hören, sondern bietet dem jungen Publikum eine Bühne, um selbst Musik entstehen zu lassen.

KINDER BRAUCHEN KEINEN ZWANG – SIE WOLLEN EINGELADEN WERDEN

Mit Druck ist bekanntlich kein Staat zu machen und schon gar nicht bei Kindern! Keiner unserer Schützlinge muss „verstehen“, was ein Walzer oder eine Sinfonie sind. Wichtig ist, dass Musik positive Gefühle auslöst. Ob ein Kind beim ersten Hören nur ein Instrument spannend findet oder immer wieder dieselbe Stelle hören will – all das ist ein Anfang. „Jedes Kind kann musikalische Fähigkeiten entwickeln“, zeigte sich der japanische Geiger und Pädagoge Shinichi Suzuki überzeugt; „wenn es frühzeitig und in einer unterstützenden Umgebung mit Musik in Berührung kommt. Musik soll dabei selbstverständlich sein, etwas, das man hört, nachahmt und allmählich verinnerlicht“. Gedanklich nahm der ungarische Komponist und Musikpädagoge Zoltán Kodály Suzukis Überzeugung bereits vorweg: Der Opern- und Konzertbesucher wachse nicht von selbst heran, sondern durch positive und vor allem frühe Erfahrungen. Die ersten Momente des Staunens währen ewig. Und davon braucht das Publikum von Morgen besonders viel.