Es ist eine unmögliche Liebe, sie ist „unwahrscheinlich und ganz und gar einzigartig“, schreibt Alberto Mattioli, „aber zweifellos eine Art von Liebe“. Und zwar die Liebe, die im Sommer 1969 am Set von Medea zwischen zwei legendären Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts entbrannte – Pier Paolo Pasolini und Maria Callas. Eine Begegnung zwischen zwei einsamen Seelen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, und einander doch ähnlich, unfähig, sich an die Regeln ihrer Zeit anzupassen, und vereint durch eine schmerzhafte innere Zerbrechlichkeit. Beide haben kurz zuvor große sentimentale Enttäuschungen erlebt, und so entsteht während der langen gemeinsamen Tage an den Drehorten in Kappadokien und an der Lagune von Grado eine außergewöhnliche Verbindung, geprägt von vertraulichen Bekenntnissen und Gesprächen. Eine Beziehung voller Intimität, die über bloße Zuneigung hinausgeht und durch die beiden Ringe symbolisiert wird, die der Regisseur Maria Callas während der Dreharbeiten schenkt: eine Geste, die die Künstlerin als das Versprechen einer gemeinsamen Zukunft interpretiert, als konkretes Zeichen für eine endlich mögliche Liebe.
Cronaca di un amore. Callas e Pasolini, die neue Oper von Davide Tramontano, spürt dieser einzigartigen Beziehung mittels einer Dramaturgie nach, die Dokumente, Zeitzeugenberichte und Fiktion miteinander verwebt. Sie beschwört die Drehtage von Medea herauf, die privaten Gespräche, die Missverständnisse, Hoffnungen und Illusionen „der Göttlichen“ und des Regisseurs und Dichters. Es ist, als schwebten die Geister des Ruhms, der Sehnsucht, der öffentlichen Meinung und der Schwierigkeit, Gefühle voll und ganz auszuleben, mit im Raum. Dieses intime und zutiefst menschliche Porträt zeigt Callas und Pasolini jenseits ihrer Ikonenhaftigkeit und in ihrer ganzen authentischsten Verletzlichkeit.